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Agrarbildungszentrum Landsberg am Lech
Geschichte
Geschichte des Agrarbildungszentrums

Vorgeschichte auf dem Malteserberg

Der Landsberger Journalist und 2. Bürgermeister Paul Winkelmayer prägte für diesen Teil der Stadt Landsberg die Bezeichnung „Berg der Bildung“.

Die Geschichte begann mit drei Patres und 15 Novizen aus dem Orden der Jesu-iten. Er wurde 1534 als Orden der Gegenreformation gegründet und kam 1578 nach Landsberg. Die Entwicklung dieses Berges zu einem „Berg der Bildung“ nahm damit ihren Anfang.

Die Jesuiten wurden nicht gerufen, um den hier lebenden Menschen nur Bildung zu bringen. Eine Erneuerung des Glaubens und der katholischen Kirche, die Rückgewinnung von Gläubigen, die Anhänger der Lehre Martin Luthers geworden waren, war ihre Aufgabe, ihre Mission. Trotz scharfer Verbote und drakonischer Strafen der bayerischen Herzöge (neun protestantische Männer enthauptet, eine Frau im Lech ertränkt, drei Wiedertäufer öffentlich verbrannt) sympathisierte ein großer Teil der Landsberger Bevölkerung weiterhin mit der neuen Lehre.

Nach Plänen des Augsburger Baumeisters Johann Holl (Vater von Elias Holl) wurde das Novizenhaus gebaut, in das 1578 die erwähnten 18 Ordensangehörigen einzogen. 1609 erfolgte die Erweiterung der Anlage, die heute zum größten Teil als Studienheim des Agrarbildungszentrums dient. An diesen Nordflügel fügt sich der etwa zu gleicher Zeit errichtete, in Nord-Süd-Richtung verlaufende, schmalere Ostflügel an. Hier wurde die Verwaltung der expandierenden Klosterökonomie untergebracht. Dieser zweigeschossige Ostflügel wird nach Süden begrenzt vom Zehentstadel, der aus vorjesuitischer Zeit stammt.

Das Kloster besaß eine Apotheke im Erdgeschoss des Novizentraktes und eine Brauerei im Ostflügel. Die Jesuiten waren auch landwirtschaftlich tätig. Durch Kauf, Schenkung, Erbschaft kamen 42 Hofstellen in Landsberg und Umgebung in ihren Besitz. Das Jahr 1773 brachte das Verbot des Jesuitenordens durch päpstliches Dekret: 16 Patres, 54 Novizen, 13 Laienbrüder und 15 Brüdernovizen mussten die Aufhebungsurkunde unterschreiben.

An die Stelle der Jesuiten trat 1781 der Malteser-Johanniter-Orden. Er verdrängte innerhalb kürzester Zeit auffällig und radikal die Erinnerung an den Jesuitenorden. Im Gefolge der Säkularisation wurde die Auflösung des klösterlichen Lebens verfügt. Die Ausstattung des Klosters wurde 1808 inventarisch erfasst und verkauft bzw. verschleudert. Das schulische Leben auf dem Berg kam zum Erliegen.

Mit der Präparandenschule (Ausbildungsstätte für Lehrer) zog 1866 wieder eine Bildungseinrichtung in den Mittelteil des Novizentraktes. 1872 begann mit dem Einzug der neugegründeten Winterschule (Landwirtschaftsschule) in die nicht belegten Teile des ehemaligen Novizenbaues eine Entwicklung, die Landsberg zu einem Standort des landwirtschaftlichen Schulwesens machte.

Zuwachs erhielt diese Schule 1878, als es gelang, die in Schleißheim beheimatete Ackerbauschule nach Landsberg zu holen. Unter diesem Namen ist das Agrarbildungszentrum noch heute im weiten Umkreis bekannt.

Quelle: Josef Ziegler: Die Schulen auf dem Malteserberg. Landsberger Brief, II/1995, 6-16. Ergänzungen durch die Redaktion.

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Der Arzt Albrecht Thaer hat Ende des 18. Jahrhunderts auf seinem Versuchsgut in Celle eine wissenschaftliche Landbewirtschaftung betrieben und damit tiefgreifende Veränderungen in der Landwirtschaft eingeleitet.

1801 schickte die bayerische Regierung den Rechts- und Kameralwissenschaftler Max Schönleutner nach Celle. Er hatte den Auftrag, sich "mit Grundsätzen, Erfahrungen und Handgriffen aller Art zu bereichern". Die Anregung zur Einrichtung einer landwirtschaftlichen Lehranstalt kam 1819 von der bayerischen Ständeversammlung.

1822 Erste bayerische landwirtschaftliche Unterrichtsanstalt in Schleißheim
1839 Umgestaltung zur Landwirtschaftlichen Centralschule
1842 Trennung in Centralschule und Ackerbauschule
1852 Verlegung der Centralschule nach Weihenstephan
1878 Verlegung der Ackerbauschule nach Landsberg und Zusammenlegung mit der Königlichen Kreiswinterschule zu den Königlichen
        Kreislehranstalten für Landwirtschaft
1914 Großzügiger Umbau der Königlichen Kreislehranstalten mit nachfolgender Unterbrechung des Unterrichtsbetriebes als Folge des
        1. Weltkrieges
1919 Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs
1922 Haushaltungskurse für angehende Bäuerinnen
1927 Hauswirtschaftsschule
1938 Einstellung des Unterrichtsbetriebs an der Ackerbauschule
1946 Wiederaufnahme der Unterrichtsbetriebs
1949 Hochschulreife für wissenschaftlich besonders Befähigte
1949 Grundlehrgänge für Molkereilehrlinge
1952 Ausbildungsstätte für landwirtschaftlich-technische Assistentinnen und Assistenten, Fachrichtung Milchwirtschaft
1958 Abteilung Landmaschinentechnik (Landmaschinenschule)
1958 Abteilung Haushaltstechnik
1960 Umbenennung der Ackerbauschule in Höhere Ackerbauschule
1962 Umwandlung der Höheren Ackerbauschule in eine Ingenieurschule
1966 Technikerschule für Landwirtschaft
1971 Umwandlung der Ingenieurschule in die Fachhochschule
1971 Fachakademie für Landwirtschaft: Fachhochschulreife / Hochschulreife
1973 Schließung der Fachhochschule
1973 Erweiterung der Ausbildungsstätte für landwirtschaftlich-technische Assistenten um die Fachrichtung Agrarwirtschaft
1974 Beendigung der Grundlehrgänge für Molkereilehrlinge
1982 Höhere Landbauschule
1982 Ausgliederung des Landwirtschaftsamts mit Land- und Hauswirtschaftsschule
1994 Schließung der Fachakademie
1995 Fachhochschulreife an der Technikerschule
1998 Imkerinnen- und Imkerfortbildungszentrum des Bezirks Oberbayern
2001 Umbenennung der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Agrarbildungszentrum des Bezirks Oberbayern
2001 Umbenennung der LTA in ATA (Ausbildungsstätte für agrartechnische Assistentinnen und Assistenten) und Einführung der
        Fachrichtung Biotechnologie-Agrar aufgrund von Anregungen der bayerischen Chemieverbände. Damit verbunden war die
        Einrichtung eines neuen Labors im Erdgeschoss des Gebäudes 2 (Verbindung zur Zehntstuben).
2004 Sanierung der Fenster im Schul-/Verwaltungsgebäude einschl. neuer Anstrich der Außenfassade
2005 Eingliederung der Meisterausbildung für Landwirtschaft und Hauswirtschaft durch das neugegründete Fortbildungszentrum (FBZ)
2005 Sanierung der Fenster im Internatsgebäude, Schullandheim, Zehntstadel einschl. neuer Anstrich der Außenfassade und
        teilweise Sanierung der Dacheindeckung
2007 Neubau von Schulungsräumen und Maschinenhallen entlang der Epfenhauser Straße
2008 Bau eines Waldhackschnitzelheizwerks im Zusammenwirken mit der Stadt und dem Landkreis Landsberg sowie des Bezirks
        Oberbayern zur Nahwärmeversorgung des Agrarbildungszentrums, des Spitals und der Berufsfachschule.
2009 Sanierung des Bürogebäudes der Landmaschinenschule mit Sanierung des Internats. Kernpunkte der Sanierung waren die
        Umstrukturierung der Büro- und Gemeinschaftsräume der Landmaschinenschule sowie der Umbau der Mehrbettzimmer mit
        Gemeinschaftsdusche zu modernen Doppelzimmern mit Bädern. Selbstverständlich wurden auch energetische Sanierungen
        vorgenommen. Gesamtkosten ca. 1,2 Mio €.
2010 Grundsanierung der Haushaltstechnik verbunden mit einer Modernisierung der kompletten Haushaltstechnik. Die energetische
        Sanierung mit Lüftungsanlage bringt eine Energieeinsparung um ca. 60 %. Zudem wurde auf dem Dach eine PV-Anlage mit
        verschiedenen Modulen installiert. Gesamtkosten ca. 2,1 Mio €. Grunderneuerung des Chemielabors der ATA-Agrarwirtschaft
        nach neuesten sicherheitstechnischen Anforderungen und Renovierung der Kellerräume für die ordnungsgemäße Lagerung von
        Chemikalien. Erneuerung der Aula. Energetische Sanierung des Schulgebäudes (oberste Geschossdecke gedämmt und
        Heizungsanlage saniert) sowie Dachsanierung. Gesamtkosten ca. 2,3 Mio €.
2012 Beginn der Sanierungsarbeiten im Schulgebäude und Internat (Gebäude 4) zur Umsetzung der Brandschutzbestimmungen und
        Sicherheitsanforderungen der Labore. Hierzu wurden alle Labore im Schulgebäude auf zwei Etagen zusammengefasst. Das
        bereits 2010 sanierte Chemielabor ist von den Umbaumaßnahmen nicht betroffen. Damit verbunden ist die Verlagerung und
        Neugestaltung der EDV-Räume. Außerdem wurde eine behinder-tengerechte Nutzung umgesetzt. Im Rahmen der
        Umbaumaßnahmen wurden auch energetische Verbesserungen umgesetzt. Die Einweihung ist für den 7. November 2014
        vorgesehen. Geschätzte Baukosten für Internat und Schule: 5,4 Mio €.
2014 Beginn der Planung zur Renovierung der Unterkünfte im Internat (Gebäude 3) und des Zehntstadels. Statt einfachen Unterkünften
        werden hier Einzelzimmer mit Nasszellen errichtet. Zudem werden alle Freizeiteinrichtungen in diesem Trakt untergebracht. Im
        Zehntstadel werden Büros, Unterkünfte und ein Multifunktionsraum gebaut. Mit dieser Baumaßnahme hat das
        Agrarbildungszentrum auch die Möglichkeit weitere Zielgruppen zu erschließen.
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